Der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist eine sehr häufige Erkrankung, die mitzunehmendem Alter immer häufiger auftritt. Circa 1/4 aller Menschen in Deutschland leiden an einem Bluthochdruck. Mit dem Alter über 50 steigt diese Erkrankungsquote sogar auf 50% an.
Ab wann spricht man von Bluthochdruck
Ein Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) wird durch einen Arzt, in der Regel durch den Hausarzt, diagnostiziert, wenn mehrmalig und zu verschiedenen Zeitpunkten (morgens, mittags, abends) Blutdruckwerte von mehr als 140 / 90 mm Hg gemessen werden.
Bei den Blutdruckwerten beschreibt der erste Wert den so genannten systolischen Wert. Der systolische Blutdruck ist der Blutdruck, der durch die Pumpleistung vom Herz während der Auswurfphase aufgebaut wird. Er beschreibt den höchsten Blutdruck, der durch das Herz erzeugt wird. Dieser Wert sollte normalerweise 140 mm Hg nicht überschreiten.
Der zweite Blutdruckwert beschreibt den so genannten diastolischen Wert. Dieser Wert misst den Blutdruck während der Füllungphase vom Herz und ist daher der niedrigste messbare der des Blutdrucks. Idealerweise sollte er unter 90 mm Hg liegen.
Blutdruckwerte von 230 / 130 mm Hg können sogar lebensbedrohliche Konsequenzen haben.
Das Vorliegen eines Bluthochdrucks wird häufig von den betroffenen Patienten nicht bemerkt. Fataler Weise kommt es zu unbemerkten Schäden am Gefäßsystem, dem Herzen, der Niere und weiteren Organen. Weitere Folgen sind Herzinfarkt und Schlaganfall.
Daher sind regelmäßiger Blutdruckmessungen wichtig.
Laienhaft muss man sich die Schäden durch den Bluthochdruck so vorstellen, dass ein Motor eines PKW´s im Ruhezustand mit einem erhöhten Standgas fährt.
Durch diesen hohen Blutdruck wird der Herzmuskel belastet und geschädigt, in gleicher Weise schädigt der hohe Druck im Herz-Kreislaufsystem die Gefäßwände.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Bluthochdruck.
In circa 95% aller Fälle kann kein direkter Grund für den Bluthochdruck gefunden werden, in diesen Fällen spricht man medizinischen auch von einer primären Hypertonie.
Nur in 5% aller Fälle kann in die arterielle Hypertonie auf einer Nierenerkrankung oder einen hormonproduzierenden Tumor zurückgeführt werden.
Allgemeine Risikofaktoren sind vielfach bekannt, soll an dieser Stelle aber noch einmal ausdrücklich erwähnt werden. Hierbei muss das übergewicht (Adipositas), Stress, Rauchen, hohe Zufuhr von Kochsalz und Alkohol, der zu einer Beschleunigung der Schlagfrequenz vom Herz führt, genannt werden.
Gerade wenn sich ein Bluthochdruck langsam über mehrere Jahre entwickelt verspürt der betroffene Patient keine Symptome.
>> Erst wenn besonders hohe Blutdruckwerte erreicht werden können Symptome wie Schwindel, Herzklopfen, Luftnot Kopfschmerzen oder Nasenbluten in Erscheinung treten.
Erste Symptome zeigen sich häufig in der Kombination mit einer körperlichen Belastung wie zum Beispiel dem Treppensteigen oder beim Sport.
Um einen Bluthochdruck zu diagnostizieren muss der Blutdruck mehrfach selbst oder durch einen Arzt gemessen werden. Wenn ein Bluthochdruck zum ersten Mal auffällt, muss überprüft werden, ob bereits Folgeschäden vorliegen. Daher sollte ein EKG geschrieben werden, die Nierenfunktion und die Augen überprüft werden.
Um ein zeitweises Vorliegen von erhöhten Blutdruckwerten nachzuweisen (zum Beispiel nur während des Arbeitsstress) die Durchführung eines so genannten 24 Stunden" EKG´s als hilfreich erwiesen. Hierbei kann durch ein regelmäßiges Blutdruck messen über 24 Stunden eine Kurve des Blutdrucks über den gesamten Tag erstellt werden und Ursachen für Blutdruckspitzen analysiert werden.
Wurde ein dauerhaft erhöhter Blutdruck diagnostiziert, sollte eine Blutdrucksenkung um die Folgen für das Herz zu minimieren ist, angestrebt werden. Hierfür kommen Verhaltensmaßnahmen wie auch eine Therapie mit Medikamenten in Frage.
Alle Blutdruckmedikamente sind in der Regel gut verträglich. Trotzdem gibt es kein Medikament ohne Nebenwirkungen. Gerade wenn durch Verhaltensmaßnahmen der Blutdruck dauerhaft gesenkt werden kann, sollte dieses versucht werden um eine dauerhafte Medikamenteneinnahme zu vermeiden.
Hierfür ist eine Gewichtsreduktion (Abnehmen), aber auch eine regelmäßige sportliche Betätigung anzuraten. Besonders schonende, auch mit übergewicht durchzuführende Sportarten wie Walking oder Nordic walking haben sich als besonders effektiv erwiesen.
Weitere Informationen finden Sie auch unter:
• Bluthochdruck
• Herz
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Dr. Nicolas Gumpert
Susanne
11.03.07 um 07:41zum glück habe ich niedrigen blutdruck…