Als eine der größten Märkte für Versicherungen weltweit gilt Lloyd’s of London. Hier handelt es sich um keine Gesellschaft oder einen Konzern, sondern um eine Börse, die Versicherungsgeber und Versicherungsnehmer zusammenbringt. Hier kommen viele verschiedene sogenannte Syndikate zusammen, die jeweils unterschiedliche Bereiche wie Schiffs- oder Gebäudeversicherungen anbieten. Oft handelt es sich bei den zu versichernden Objekten um Großprojekte wie Bohrinseln oder Schiffe, die hier wie an jeder Börse geregelt durch Angebot und Nachfrage zu bestimmten Höchstbeträgen versichert werden.
Diese Versicherungensind aber nicht so eindimensional wie z.B. eine einfache private Autoversicherung. Oftmals sind die Verkettungen aus diversen Rückversicherungen von teuren Objekten auch für Insider nur schwer überschaubar.
Die Börse Lloyd’s of London hat ihre Wurzeln in einem gleichnamigen Londoner Kaffehaus, das Ende des 17. Jahrhunderts eröffnet wurde und damals von einem Edward Lloyd betrieben wurde. Schiffseigner waren stets auf der Suche nach Investoren. Wenn ein Schiff sank, konnte dies für die Reederei den Ruin bedeuten, wenn sie nicht jemanden fand, der das Risiko übernahm. Solvente Versicherungsgeber traf man im Lloyds. Hier konnte man Verträge abschließen und Schiffe bis zu einer bestimmten Höhe versichern lassen. Aber das Cafe stand damals nicht nur als Versicherungs- sondern auch als eine Informationsbörse zur Verfügung, vergleichbar einem Forum, in dem man auch ganz allgemeine Informationen über Schiffe und Schiffsfahrt austauschen konnte.
Orthrud Büthe