ein WordCamp ist kein Selbstläufer und die Community lebt – Anwort an Caspar

Die WP Community wandelte sich
Die WP Community wandelte sich

Lieber Caspar, du hast einen offenen Brief an die WordPress Community in Deutschland geschrieben. Zwischen den Zeilen las ich jedoch, dass du einfach sauer bist, dass erst knapp 260 Anmeldungen für das WordCamp 2014 in Hamburg eingelangt sind.

Ich verstehe deinen Rant und ich verstehe ihn einfach nicht. Meine Antwort ist frei „oberösterreicherisch“. „Frisch Außi wias drin ist“ auf Deutsch: Frei von der Leber weg, ohne Schnörksel, ohne diplomatische Floskeln, aber sicher wieder mit vielen Rechtschreibfehlern zur Freude der Findenden :-) Und vor allem mit Herzblut, weil dein Rant mich schockierte.

Marketingfehler der WordPress Community anzulasten mit einem wort- und sprachgewaltigen Rundumschlag mag ja deine Emotionen beruhigen. Fair ist es aber nicht.

ein WordCamp ist kein Selbstläufer

Gib mal „WordCamp 2014 Hamburg“ in den Suchschlitz der bekanntesten Suchmaschine ein und du hast die Antwort wieso sowenig sich erst angemeldet haben.

mts-wp-camp-gsuche

1530 Suchergebnisse bei dieser Suchmaschine.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich dich nicht kenne, liebe WordPress-Community in Deutschland. …. Caspar

Ich glaub das auch. Wer ein WordCamp auf die Beine stellt und auf die unendlich vielen WordPress Blogger als Marketinginstrument vergisst, kann die WP-Community nicht kennen.

Das WordCamp wurde ausgeschrieben und dann …

Sicher zwei bis dreimal pro Monat hab ich Anfragen diverser Veranstalter in meinem Briefkasten, ob ich nicht für einen Artikel Zeit hätte, oder später ein ReCap schreiben mag.

Vom WordCamp 2014 war nie was dabei. Daher muss ich annehmen, dass mein Name einfach nicht bekannt ist. Faszinierend nach fast 10 Jahren Moderatortätigkeit im Forum. Doch dies reicht offensichtlich nicht. Bei „MeetUps“ und sonstigen verdenglischten Treffen müßt ich wohl erscheinen und wenn geht auch noch in De.

Und ja das hat sich geändert. So ganz automatisch schreibe ich nicht über ein WordCamp von forum.wpde.org, wenn ich selbst nicht daran teilnehmen kann, weil der Termin zu spät für mich bekanntgegeben wurde, denn wir alle wurden und sind professioneller geworden.

WPCommunity DE – zw. Community und Konkurrenz

2006 gab es hier einen der ersten Artikel über ein SEO Plugin von den damals sehr unbekannten Sergej Müller.
Heute steht sein Name für ausgezeichneten Code, innovative Pluginideen und freundlichen Support.

Frank Bueltge ist ebenfalls ein hervorragender Coder, ein sympathischer, bodenständiger Mann. Und ich kann mir derzeit die WP Community ohne ihn nicht vorstellen.

Ich schätze beide sehr. Wie viele andere bin auch ich Geschäftsfrau die mit WordPress ihr Geld verdient.

freie Plugins und Themes wurden Marketinginstrumente

Es ist für mich absolut legitim kostenfreie Plugins oder Themes als Marketinginstrument zu nutzen.

Die Plugins vom Frank find ich auf der Pluginliste bei marketingpress.com. Somit muss ich annehmen, dass diese freien Plugins Marketinginstrumente der Firma Inpsyde sind.

Ich helfe kostenfrei seit Jahren. Ob per Email oder im Forum. Doch gibt es irgendeinen Grund wieso die „Firma Monika Thon-Soun“ ein Marketinginstrument der Firma Inpsyde in irgendeiner Form beservicen sollte?

Gibt es irgendeinen Grund wieso ich ein WordCamp, das schlussendlich aus einem Projekt der Firma Inpsyde entsteht bewerben sollte? Wenn man nicht einmal danach fragt…

Dieser Spagat zwischen WP Community und Konkurrenz ist ja nicht nur in mir und er ist nicht neu.

wer bist du Caspar: WP Community oder Inpsyde

Oder Menschen machen Karriere, übernehmen mehr Verantwortung im Beruf, steigen vielleicht in leitende Positionen auf, und plötzlich sitzt die Community, die man zu nähren, zu lehren und zu führen hat, im Büro nebenan, anstatt im Forum einer Website.Caspar

Überspitz ist meine Frage. Du bist WP Community und du bist Inpsyde. Aber da du auch Inpsyde bist, bist du kein „neutrales“ Mitglied der WP Community mehr.

Viele von uns sind bei aller Freundschaft am Markt Konkurrenten. Vieles um WordPress wurde professioneller und das ist verdammt gut so.

Beim WordCamp wurde auf das professionelle Marketing im Jahr 2014 einfach vergessen. Der Fehler liegt nicht an der Community.

WordPress ist OpenSource. Freie Software und nicht immer kostenfrei.

Und da viele von uns in diesem Spagat zwischen „Wissen hergeben“ und „Geld verdienen“ stecken, mag es hie und da frustrierend sein, dass es kein Gleichgewicht gibt.

Professionalität schreckt auch ab.

Wenn ich mir die Autorenbeschreibungen am Blog von wpde.org ansehe, habe ich persönlich das Empfinden: „Huch, da kann ich gar nicht mithalten, dafür kann ich zuwenig“. Unabhängig, dass es vom wpde Team zum Marketinginstrument wurde => und das ist gut so :-).

herzlichst Monika

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11 Beiträge zu “ein WordCamp ist kein Selbstläufer und die Community lebt – Anwort an Caspar

  1. Kommentar Autor
    Heiko Mamerow
    Kommentar

    Hallo Monika,
    die Terminbekanntgabe vom WordCamp Hamburg war rechtzeitig und ging massenhaft durch alle Kanäle. Wie ich aus den selben Kanälen mitbekommen habe, war Deine Urlaubsplaung aber noch rechtzeitiger… Schade, Ich hätte auch Dich gerne mal „in echt“ kennen gelernt. Hoffentlich klappt es nächstes Jahr. :-)

    Schöne Grüße aus Berlin!

  2. Kommentar Autor
    Torsten
    Kommentar

    Doch gibt es irgendeinen Grund wieso die “Firma Monika Thon-Soun” ein Marketinginstrument der Firma Inpsyde in irgendeiner Form beservicen sollte?

    Das WordCamp in Hamburg 2014 wird nicht von Inpsyde organsiert, sondern von einer Gruppe, die aus dem WP Meetup Hamburg entstanden ist. Und wir versuchen so wenig wie möglich es als ein Marketinginstrument von uns selbst zu benutzen.

    Wer ein WordCamp auf die Beine stellt und auf die unendlich vielen WordPress Blogger als Marketinginstrument vergisst, kann die WP-Community nicht kennen.

    Harter Vorwurf, Monika. Wir haben aber niemanden vergessen. Wir haben auf allen möglichen Plattformen (unter anderem im Forum bei WPDE.org!) in dem dafür zuständigen Bereich alle Infos hinterlassen. Jedes Community-Mitglied hatte die Chance auf diversen Plattformen (WordCamp Central, WPDE, XING-Gruppe, Twitter, Google+Community, etc.) unsere Infos zu finden und darüber zu bloggen. Natürlich fühlt es sich schön(er) an, wenn man direkt gefragt wird, aber das haben wir nur dann gemacht, wenn man sich sowieso kennt. Wir haben keine Bloggerliste, wo wir um Werbe-Artikel gefragt haben, was ja (Stichwort Marketinginstrument) auch nicht jedem gefallen muss. Wir haben uns halt dagegen entschieden. Beim nächsten Mal sind wir schlauer … wir machen das zum ersten Mal.

    Vom WordCamp 2014 war nie was dabei. Daher muss ich annehmen, dass mein Name einfach nicht bekannt ist. Faszinierend nach fast 10 Jahren Moderatortätigkeit im Forum. Doch dies reicht offensichtlich nicht. Bei “MeetUps” und sonstigen verdenglischten Treffen müßt ich wohl erscheinen und wenn geht auch noch in De.

    Natürlich kennen wir dich und wir finden es sehr schade, dass Du keine Zeit hast. Ich lese deinen Blog seit Jahren regelmäßig und habe hier viel gelernt. Aber wie schon geschrieben, wir haben nur bei persönlichen Kontakt direkt angefragt. Wir wollen niemanden nerven und haben eher auf passive Information gesetzt. Das war vielleicht falsch. Aber warum du im letzten halben Jahr keinen Hinweis auf das WordCamp gefunden hast, wo du doch so aktiv in der Community bist, verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

    So ganz automatisch schreibe ich nicht über ein WordCamp von forum.wpde.org, wenn ich selbst nicht daran teilnehmen kann, weil der Termin zu spät für mich bekanntgegeben wurde, denn wir alle wurden und sind professioneller geworden.

    Wie schon geschrieben, nicht WordPress Deutschland/Inpsyde, sondern wir vom Meetup Hamburg organisieren das WordCamp in diesem Jahr und nach vielen Jahren tun wir dies mit der WordPress Foundation als offizielles WordCamp (Stichwort Namensrechte). Für die finanzielle Absicherung durch die Foundation muss man ein wenig nach deren Regeln arbeiten. Unter anderem durften wir das Camp erst bewerben nachdem der Vertrag mit dem Raum unter Dach und Fach ist. Wir haben auf glühenden Kohlen gesessen und hätten gerne viel früher losgelegt, aber die Raumsuche hat gedauert, dann werden Verträge verhandelt, unterzeichnet und das Ganze muss übersetzt werden und die Zeitzonen tun ihr übriges. Bis wir offiziell loslegen konnten/durften ist daher viel Zeit vergangen. Es tut mir/uns in der Seele weh, um jeden, den wir deshalb verloren haben, aber wir haben so extrem viel Zeit und Mühe in dieses Camp gesteckt, dass es sehr ungerecht wäre zu sagen wir hätten hier die Community vergessen oder Marketing-Basics verpennt.

    Schrägerweise sehe ich Caspars Rant gar nicht so sehr als ein Vorwurf an die Community, eher im Gegenteil. Dein Artikel kommt bei mir als einer Organisatoren des WordCamp Hamburg 2014 viel mehr als Vorwurf an. Aber die Emotionen und Befindlichkeiten kochen hier auch sicher gerade hoch…

    Ich freue mich auf jeden Fall über jede konstruktive Kritik an unserem Vorgehen und vielleicht sehen wir uns ja dann 2015 bei einem WordCamp mal wieder persönlich.

  3. Kommentar Autor
    Caspar Hübinger
    Kommentar

    Liebe Monika, eine echte Blog-Antwort, ich bin begeistert! :) Danke sehr!

    Zwei Fakten muss ich klar stellen (auch wenn Torsten schon was dazu gesagt hat), weil sie eventuell unser gegenseitiges Verständnis beeinflussen:

    1. Ich gehöre nicht zum Orga-Team des diesjährigen WordCamps in Hamburg. Ich bin lediglich ein ziemlich enthusiastischer Fan.
    2. Die Firma Inpsyde fungiert in keiner Weise als Teil des Veranstalter-Teams des WordCamp Hamburg, sondern ist lediglich einer von mehreren Sponsoren.

    Auf diesem Hintergrund kann man vom WordCamp Hamburg, denke ich, nicht von einem „WordCamp, das schlussendlich aus einem Projekt der Firma Inpsyde entsteht,“ sprechen.

    Kommentieren möchte ich darüber hinaus folgende deiner Punkte:

    In punkto direkter Ansprache von Bloggerinnen und Bloggern zur Verbreitung der WordCamp-Botschaft bin ich nicht im Bilde, ob und was die Organisatoren unternommen haben. In der Sache gebe ich dir recht: Wer ein solches Event auf die Beine stellt, ist sicher grundsätzlich gut beraten, bestimmte Multiplikatoren persönlich anzusprechen.

    Du schreibst: „Zwischen den Zeilen las ich jedoch, dass du einfach sauer bist, dass erst knapp 260 Anmeldungen für das WordCamp 2014 in Hamburg eingelangt sind.“ – Ja, war ich ein wenig, aber ich hoffe der Rest meines Artikels macht klar, dass es mir eigentlich noch nicht mal als Nebensache um die Ticketverkäufe des WordCamp Hamburg geht; die Erwähnung war ein Beispiel, vielleicht kein sehr glückliches.

    Und: „Du bist WP Community und du bist Inpsyde. Aber da du auch Inpsyde bist, bist du kein “neutrales” Mitglied der WP Community mehr.“ – Das sehe ich anders, aber ich verstehe, aus welcher Ecke der Vorbehalt kommt: arbeitet für Firma = sieht prioritär nicht das Open-Source-Projekt, sondern die Firma. Dass es der Firma nur dann gut geht, wenn es dem Open-Source-Projekt gut geht, ist ein Zusammenhang, der hierzulande noch nicht überall in die Köpfe vorgedrungen.

    Herzliche Grüße,
    Caspar

  4. Kommentar Autor
    Monika
    Kommentar

    Hallo Heike und Torsten

    Wenn bei der Suchmaschine nicht mal 2tausend Treffer zu diesem Event zu finden sind, dann war beim „massenhaft durch alle Kanäle“ irgendwas irgendwo stecken geblieben.

    @Torsten
    Ich weiß, dass mein Marketingvorwurf hart klingt. Und ich weiß, dass es verdammt harte Arbeit sowas vorzubereiten. ich verwende immer mich als Beispiel, weil ich ja nicht für andere schreiben kann. Es geht nicht darum, dass ich nirgendwo von dem Event gelesen habe. Es ging mir darum aufzuzeigen, dass das Marketinginstrument „Blogger“ vermutlich nicht benutzt wurde. Somit wurde auch der „ich-bin-gemeint-Effekt“ nicht ganz ausgenutzt.

    Deswegen weil ich eine „Masseneinladung“ wo lese, bin ich nicht gemeint….
    Darum schrieb ich ja: WordCamp ist kein Selbstläufer. Nicht mehr im Jahr 2014.

    Wer tatsächlich das Event organisiert und wie es wirken kann, sind zwei paar Schuhe. :-)

  5. Kommentar Autor
    Monika
    Kommentar

    Hallo Caspar,
    naja wenn ich so eine verdammt gute Vorlage für ein Bloggerantwort bekomme, konnt ich doch nicht widerstehen :-)

    Ich lebe in der viert größten Stadt meines Landes. Sie ist ein Dorf mit 250.000 EW :-).
    Selbst in diesem Dorf in dem viele BUZZ Worte dann ankommen, wenn sie keiner mehr benutzt wurde ich bereits gefragt, ob ich für Inpsyde arbeit, weil ich Mod im Forum bin. Selbst im Forum wird das hie und da unterstellt.

    Hätt ich diese Erlebnisse nicht, wäre ich auch nicht auf diese Zusammenhänge gekommen, ich bin da ja viel zu betriebsblind, weil ich manches einfach weiß.
    Deswegen machte ich mich bereits vor geraumer Zeit auf, um zu erkennen woher dies kommen kann.
    Angefangen von den Autorenbeschreibungen im Blog bishin zur Seitenleiste des Forums.
    Gleichzeitig ist dies ja auch eine verdammt gute Rückmeldung, dass Branding funktioniert.

    Du bist Enthusiast Caspar, ich bin zu 99% staubtrockene Pragmatikerin. Mir ist daher mehr als bewusst, dass wenn es WP nicht gut geht, es mir und all den vielen Firmen die davon leben nicht mehr gut gehen kann.
    Gleichzeitig erkenne ich neben all den doch vorhandenen Konkurrenz Problematiken schlicht und ergreifend die Tatsache, dass Mitarbeit immer mehr Können voraussetzt und auch rein praktisch kompliziert ist.

    zb Sprache
    Selbst das öffentl. Unterforum auf wpde.org ist zu. Sollt ein Neuling suchen wo er helfen kann?
    Wenn bei dem Archivforum als Untertitel wengist stünd wo „Übersetzung“ stattfindet.

    Und ich erlebe eine Wandlung der Qualität. Zumindest in dem mir bekannten Umfeld sterben die halbseidenen WP Anbieter aus, oder aber sie nutzen eine handvoll hervorragender externer Leut, die aber dann so eingedeckt sind, dass Wartezeiten von zwei Monaten schon verdammt wenig sind.

    Unabhängig, dass auch ich merke, dass die WP Versionen so rasch kommen, dass es mich irre stressen würd, Bugs zu melden. Sowohl im Ankündigungsblog und erst recht im Trac.
    Zig Handbücher vorher lesen, damit ich einen Bug melden kann ist einfach nicht meines, war es noch nie.

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