Die Toskana ist der Ort mit der weltweit höchsten Konzentration an Kunstwerken, die hauptsächlich in den Städten Florenz, Pisa und Lucca aufzufinden sind. Die Toskana hat viele berühmte Söhne hervorgebracht und besondere Talente angezogen, Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, Michelangelo Buonarotti, Giacomo Puccini und Andrea Bocelli nur als Bespiel genannt.
Die Toskana grenzt im Norden an Ligurien und die Emilia-Romagna, im Osten an die Marken und an Umbrien und im Süden an Latium. Die Toskana hat eine Fläche von rund 23.000 km2 und 3,61 Millionen Einwohner. Politisch gesehen ist die Toskana, wie andere mittelitalienische Regionen, traditionell links-orientiert. Die Toskana ist einer der beliebtesten Urlaubs- und Erholungsziele Italiens, nicht nur wegen ihrer Kunstschätze sondern auch wegen ihrer landschaftlichen Schönheit, ihres milden Klimas und ihrer endlos langen Strände. Die Toskaner sind ein bodenständiges Volk und fest mit ihrem Land verbunden. Der Tourismus ist für die Bewohner der Toskana neben der Landwirtschaft und dem Weinanbau eine der wichtigsten Einnahmequellen. Hauptziel der Touristen ist Florenz, mit dem Dom, den Uffizien, dem Ponte Vecchio und den vielen Renaissancepalästen. Aber auch Pisa, mit dem berühmten Schiefen Turm, Siena, San Gimignano, ein von mittelalterlicher Architektur geprägter Ort, der zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, Lucca, Cinque Terre, Volterra und die Insel Elba sind die beliebtesten Stationen auf einer Reise durch die Toskana. Für einen Badeurlaub in der Toskana ist die Gegend der Versilia besonders zu empfehlen.
Die Toskana ist im übrigen auch Geburtsstätte der Italienischen Sprache.
Italienisch war die erste moderne Sprache, die historisch literarischen Status erlangt hat. Bis ins 13. und14. Jahrhundert war Latein die literarische Sprache. Bücher wurden in Latein verfasst und die anderen europäischen Sprachen wurden lediglich gesprochen.
Am Ende des römischen Reiches hat Latein eine Erbschaft in den verschiedenen Dialekten vieler Regionen, einschließlich der Regionen Italiens, hinterlassen. All diese Dialekte stammen vom gesprochenen Latein ab, das im Gegensatz zum klassischen, literarischen Latein im Volksmund "vulgares Latein" genannt wurde.
In Italien haben die verschiedenen Regionen unterschiedliche Dialekte adoptiert. Im 14. Jahrhundert erhob sich der florentinische Dialekt innerhalb ganz Italiens als meist angesehener allgemeiner Dialekt. Der Grund dafür kann mit nur einem Wort zusammengefasst werden: Dante.
Die größten italienischen Schriftsteller, Dichter und Prosaiker des 14. Jahrhunderts wie Dante, Petrarch and Boccaccio, gebrauchten in Ihren Werken den florentinischen Dialekt. Jene Werke wurden mit großer Bewunderung innerhalb und außerhalb der Toskana gelesen und sind zum Modell der literarischen Sprache geworden. Die Grammatik, das Vokabular und die Stilistik jener grossen Schriftsteller wurden auf der ganzen italienischen Halbinsel von kultivierten und einflussreichen Personen imitiert.
Dante hat hauptsächlich mit seinem, in Latein verfasstem Werk "De Vulgari Eloquentia" eine literarische Tradition für die sogenannten vulgaren Sprachen, die Sprachen die zu jener Zeit von den Leuten gesprochen wurden, aufgestellt. Bis zur politischen Vereinigung Italiens 1870 wurde die italienische Sprache nur in der Toskana gesprochen. Außerhalb der Toskana wurde sie nur von kultivierten Leuten gesprochen und wurde nach 1870 unter der italienischen Bevölkerung, die zuvor nur in regionalen Dialekten sprach, weit verbreitet.
Dies ist Alessandro Manzoni zu verdanken der mit seinem Werk, "I Promessi Sposi "aus dem 19. Jahrhundert, das sich während 1600 in der Lombardei abspielt, ein geschriebenes Exemplar in toskanischer Sprache lieferte, das sehr weit von der von Dante verwendeten Sprache entfernt ist , aber dem modernem Italienisch sehr nahe kommt und zur Basis für die Formalisierung der Sprache wurde, die bis zum 14. Jahrhundert lediglich gesprochen wurde.
Wer nun Lust auf einen Sprachurlaub in der Toskana bekommen hat um die “Sprache der Romantik" zu lernen, der wird am Istituto Linguistico Mediterraneo mehr als gut bedient.
Agathe Freudenstein
agathe{ät}elib{dot}org
Dara Weishaupt
28.08.08 um 14:48Ich war gerade in der Toscana ein wenig Urlaub machen. Klar das sich dort die Zeit und Muse findet eine Sprache zu entwickeln! Bei dem einzigartigen Klima braucht man sich sonst um kaum was zu kümmern. Alles wächst, es ist warm und das Meer einfach herrlich wenn auch etwas voll.