Lernen lernen. Mancher schüttelt den Kopf und meint das Lernen brauche man nicht lernen, das kann man doch. Wenn sich jemand was nicht merkt, dann war derjenige eben nur zu faul zum Pauken. Was auch noch Lernen lernen, fragt sich vielleicht ein Schüler entsetzt. Doch ja, das Lernen kann man lernen und dann – so verrückt dies klingen mag-stellt sich der Erfolg viel schneller ein und man hat sogar mehr Freizeit.
Hier der Gastbeitrag zum Thema: Lernen lernen.
1. Wie Sie die Siesta zum Lernen nutzen
Wissenschaftler meinen belegen zu können, was die Südländer schon lange als richtig empfinden: Nach dem Mittags-Schläfchen ist die Leistungs-Fähigkeit höher.
- Die Stimmung ist besser
- Die Fehler-Quote sinkt.
- das Gedächtnis ist aufnahmefähiger.
- Die Arbeits-Produktivität nimmt zu
- Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich das Gehirn im Schlaf noch einmal – unterbewusst – mit diesem Lern-Inhalt beschäftigt! (Unser Gehirn arbeitet wahrscheinlich viel mehr unterbewusst als bewusst.)
- Die Gedanken über den Lerninhalt werden nicht durch anschließende Beschäftigungsinhalte überlagert.
- Wenn unser Blick am ‘Morgen danach’ noch einmal auf das Buch fällt, wird unser Gehirn aus diesem Anlass erneut stimuliert, den Lerninhalt (bewusst oder unterbewusst) zu bearbeiten.
- Probieren Sie es doch einfach mal aus, zum Beispiel mit dem Erlernen von Vokabeln/ Rede-Wendungen für die nächste Urlaubs-Reise!
- ‘Lautes Denken’ (‘Sprech-Denken’) erfordert eine höhere geistige Verarbeitungs-Tiefe als ‘stilles Denken’: Je größer die geistige Verarbeitungs-Tiefe beim Lernen ist, desto größer ist der Erinnerungs- Nutzen!
- Laut wiederholte Lerninhalte werden dem Gehirn im selben Moment zusätzlich über den auditiven Sinnes-Kanal zugeführt: Je mehr Sinne beim Lernen angesprochen werden, desto höher ist der Erinnerungs-Wert!
- Wenn der Lern-Inhalt später (auch) als gesprochenes Wort präsentiert werden können soll (zum Beispiel mündliche Abfrage in einer Prüfung, Argumentation vor dem Kunden), ist die laute Wiederholung eine realitätsnahe Übung
- Man kann den laut wiederholten Inhalt auf eine Ton-Cassette aufzeichnen und sich diese Aufzeichnung später wieder vorspielen lassen. Auf diese Weise verschafft man seinem Gehirn einen zusätzlichen Input. – Das hat auch dann einen zusätzlichen Nutzen, wenn man gar nicht bewusst zuhört: Wir nehmen sehr viele Inhalte unbewusst wahr! Das ist Wiederholungs-Lernen ohne Anstrengung!
Wenn Sie die Möglichkeit für ein Mittagsschläfchen tatsächlich haben (am ehesten Schüler, Studenten, Lehrer, Freiberufler / Selbständige), gönnen Sie sich das!
Die Siesta braucht nur 15 bis 30 Minuten lang zu sein. (Wenn Sie deutlich länger schlafen, fühlen Sie sich danach eher kaputt!) Sie werden erleben, dass Sie sich danach richtig frisch fühlen und tatsächlich leistungsfähiger sind.
Nach der Siesta wird auch das Lernen erfolgreich sein!
Auf jeden Fall sind Pausen auch beim Lernen effizienter, als sich stundenlang ununterbrochen mit dem Lern-Stoff auseinander zu setzen. Die Länge der ununterbrochenen Arbeits-Zeit kann individuell sehr unterschiedlich sein. Nach spätestens zwei Stunden sollte allerdings auch derjenige eine schöpferische Pause einlegen, der sich dem Lern-Inhalt mit großer Freude widmet: Der Zeit-Gewinn nach einer Pause ist größer als der Zeitverlust durch die Pause.
2. Wie Sie schlafend lernen
Schon die Groß-Eltern hatten es uns empfohlen: “Buch unters Kopfkissen legen!” … und sie hatten dabei (hoffnungsvoll) unterstellt, dass wir zuvor auch ins Buch hinein schauen und darin lesen würden. Unter der Voraussetzung, dass man beim Zu-Bett-Gehen noch einigermaßen konzentrations-, aufnahmefähig ist, macht es wirklich Sinn, sich auch vor dem Einschlafen mit einem Lern- Stoff auseinander zu setzen.
Hierfür gibt es folgende Begründungen:
3. Wie Sie Gespräche zum Lernen nutzen
“Wer lehrt, lernt zweimal.” … vielleicht auch deshalb sind Lehrer, Ausbilder, Trainer so schlau!(?)
Empfehlung:
Inhalte, die Sie zur Zeit lernen, könnten Sie zum Beispiel gleich auch an andere weiter geben! Damit es ein anderer dann tatsächlich auch versteht, muss man es zunächst selbst richtig verstanden haben: Spätestens beim Weitererzählen bemerkt man selber oder durch die Rückfragen des Anderen, dass u.U. doch noch etwas zu klären ist oder dass man den Lern-Inhalt nun wirklich beherrscht.
Auf jeden Fall ist der Vorgang des Lehrens immer auch eine sinnvolle Lern-Wiederholung (“Die Wiederholung ist die Mutter des Lern- Prozesses.”)!
‘Lernen durch Lehren’ hat zudem auch die Vorteile des sprech’denkenden Lernens…
4. Wie Sie sprech’denkend lernen
Lautes Wiederholen, ohne dass ein Lern- Partner dabei ist, scheint im ersten Moment ‘Sinn-los’ zu sein, hat jedoch erhebliche Vorteile:
Entnommen aus dem Lernpaket „Gedächtnistraining einfach so nebenbei“ mit vielen weiteren Lerntipps, Lerntricks und Lerntechniken:
Zur Verfügung gestellt von Superlearn www.Superlearn.de
Manuel Merz
09.03.08 um 22:21Guter Artikel, animiert mich doch wiedermal sowas auszuprobieren
Fernstudium Gesundheit
10.04.08 um 21:19Lernen ist mir immer sehr schwer gefallen. Ich musste hierfür hauptsächlich alle Ablenkungsquellen ausschalten…
Melanie
09.05.08 um 09:21Mein Großvater hat früher schon immer Siesta gehalten. Konnte ich nie verstehen. Als ich mein erstes Kind bekam und die Nächte zu kurz waren, musste der Schlaf ab und zu auch am Tage nachgeholt werden. Und der Kurzschlaf hilft wirklich um wieder Power zu tanken! Wie im Beitrag schon geschrieben, ganz wichtig: “nur 15 bis 30 Minuten”. Das kann ich nur bestätigen. Wenn man länger liegen bleibt, wird es zur Qual aufzustehen.
ortlieb
19.10.09 um 22:31hallo, Ich kann nur dazu stimmen. Nach ein Gehirnangiom musste ich mit 28 lernen zu lernen. Was hier geschrieben ist hat mir damals wirklich geholfen. Wenn ich damals alles so aufgelistet bekommen hätte, wäre es mir viel einfacher. bravo