Lieblingsstücke – egal ob beim Gewand, meine Handtasche, ein bestimmtes paar Schuhe und so manches Elektrogerät- meine Kaffeemaschine an vordester Front.
All diese Dinge sind mir wichtig. Entweder verbinde ich damit eine ganz bestimmte Situation in meinem Leben, die ich nicht so einfach wegwerfen mag, oder die Zeit des Sparens und der irren Freude, als ich mir das Ding endlich leisten konnte.
Etliche meiner Bekannten verstehen mich dann so gar nicht, wenn ich bei Bedarf diese Dinge repariert haben mag und nicht einfach gleich was Neues kaufe.
Klaus versucht herauszufinden wieso das Wegwerfen so in Mode kam und reparieren lassen anscheinend einfach ‘out’ ist.
Sieht man sich einmal den Preisverfall von Elektrogeräten näher an, dann bekommt man einen Eindruck davon, weshalb der Beruf des Radio- und Fernsehtechnikers keinen Starstatus mehr innehat.
Während vor drei bis vier Dekaden z.B. der Videorekorder oder sogar der Fernseher noch ein Luxusgut mit einigem Prestige und hohem Preis war, bekommt man heute einen DVD-Rekorder schon nach ein paar Jahren seiner Existenz zusammen mit einem Zeitschriftenambo förmlich hinterhergeschmissen bzw. kann diesen für erstaunlich wenig Geld sogar an Tankstelle käuflich erwerben.
Angesichts der Tatsache, dass die Preise dermaßen im Keller sind, ist es kein Wunder, dass wir diese Geräte nicht mehr reparieren lassen. Das selbige gilt für Computerschrott wie möglicherweise oder tatsächlich defekte Festplatten. Diese Entwicklung ist diversen Gründen bedauernswert.
Einerseits ist die Wegwerfmentalität aus ökologischer Hinsicht ganz und gar nicht zu begrüßen. Andererseits konnte man in der Vergangenheit bei einem x-fach reparierten Radio auch so etwas wie Besitzerstolz entwickeln, frei nach dem Motto, der Farbfernseher tut schon mehr als 20 Jahre zuverlässig seinen Dienst und Videotext hat er auch schon. “Das war noch Qualität damals!", kann der Besitzer dann voller Stolz seinem Nachbarn erläutern, um im Anschluss an diese Feststellung noch etwas über “Made in Germany" und andere Qualitätssiegel zu dozieren.
Wer allerdings einen DVD-Player für 29,95 €¬ an der Tankstelle gekauft hat, der wird nach einem Defekt unter Umständen abstreiten, dass er jemals ein solches Abspielgerät gekauft zu haben. Das kann ja auch nicht funktionieren, wird er oder sie denken und vermutlich nicht einmal auf die Idee kommen, so etwas wie eine Garantieleistung einzufordern. Das nächste Mal wird im günstigsten Falle dann wieder etwas mehr auf Qualität geachtet
Aber wer weiß, vielleicht ändert sich ja irgendwann das Preisgefüge bei elektronischen Geräten noch einmal und auch die Reparatur kommt wieder in Mode. Das wäre dann ein sehr begrüßenswertes Comeback!
Klaus-Martin Meyer
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