Das Österreichische Nationalteam machte in letzter Zeit viel zu selten von sich reden. Doch bei der EM 2008 im eigenen Land und der Schweiz soll das anders werden. Denn schlechter als die andern Gastgeber, da sind sich führende Fußballexperten einig, sind die Österreicher auch nicht.
Das Österreichische Nationaltema lebt vor allem von der Geschichte. Immerhin 277 Siege stehen bislang für das Alpenland auf dem Konto, bei insgesamt 657 Länderspielen kein schlechter Wert. Der höchste Sieg datiert aus dem Jahr 1977, damals siegten die Österreicher mit 9:0 gegen das kleine Malta. Erfolgreich war sogar das allerserste Länderspiel. Am 12.Oktober 1912 trennte man sich 5:0 von Ungarn, ein klarer Sieg für die Geschichte.
Rekordnationalspieler ist der ehemaliger Bundesligaprofi von Werder Bremen und Bayern München Andreas Herzog. Rekordtorschütze Anton “Toni” Polster, der vor allem in seiner Zeit beim ersten FC Köln von sich reden machte. Doch bei der EM 2008 soll diese neu geschrieben werden. Die Vorzeichen dafür stehen gar nicht schlecht. Mit Jürgen Macho, dem Torhüter aus Kaiserslautern verfügt das Team über einen Auslands- und auch Abstiegskampf erfahrenen Profi der schon viel erlebt hat und jederzeit die Nerven behält. Wer die Hölle am Betzenberg übersteht braucht sich vor keinem Stadion der Welt zu fürchten. Spiele werden in der Offensive gewonnen, Meisterschaften jedoch in der Abwehr, lautet eine alte Fußballerweisheit.
Und so ist es für Nationalcoach Josef Hickersberger, der das Team schon bei der WM 1990 in Italien betreut hat, die vordringliche Aufgabe aus einem Haufen guter Abwehrspieler ein soldies Bollwerk zu formen. Für die kreativen Momente sind vor allem die Bundesligaprofis Stefan Lexa auf der Außenbahn und der Frankfuter Markus Weißenberger als klassischer Zehner verantwortlich. Dabei hat es Weißenberger schwer die großen Erwartungen zu erfüllen, die sein Vorgänger und Rekordnationalspieler Andreas Herzog hinterlassen hat.
Im Sturm soll vor allem Roman Wallner von Austria Wien für die Tore sorgen. Eines der größten Probleme für den Nationalcoach ist dabei die mangelnde Auswahl, denn bei den Spitzeteams in der Östereichischen Liga werden viele wichtige Positionen von ausländischen Spielern besetzt.
David Reisner