Viele sind übergewichtig, und nicht jeder, der übergewichtig ist, will es wahr haben. Andere leiden unter einem nur eingebildeten übergewicht, machen Diäten und nehmen anschließend erst recht zu.
Manchmal ergibt sich eine Negativspirale, aus der man allein nicht mehr herauskommt, und auch Diätpläne nutzen nichts mehr, wenn das Essen eine Bedeutung erreicht hat, die es nicht haben sollte, wenn darüber das “Wohlbefinden” und die Gefühle reguliert werden. Eine Essstörung kann sich langsam entwickeln und langfristig auch die körperlich Gesundheit schädigen.
Mit Ernährungsberatung und “Diätempfehlungen” ist es dann nicht mehr getan. Wenn die Essstörung Störungen des Selbstwertgefühls maskiert oder der Unterdrückung von Affekten dient, greift selbst die vollwertigste Ernährung nicht bei den Ursachen an.
Wenn wir uns nur aufs “richtige” Essen konzentrieren, lassen wir zu viele Lebensbereiche unberücksichtigt. Eine Diätberatung, die weiterhilft, muss die Einzigartigkeit und Besonderheit der/desjenigen, die/der sich helfen lassen möchte, auch wahrnehmen: “Abnehmen im Dialog” sozusagen.
Nicht mehr so weitermachen, wie bisher, heißt: Alte Gewohnheiten fallen lassen, und neue “Gewohnheiten” anzunehmen: “Abnehmen als kreativer Prozess”.
Die Kunst des Abnehmens besteht darin, diesen Prozess zu lenken, zu steuern und zu gestalten.
Klaus-Peter Baumgardt