Usability contra SEO – das title-Attribut

title Attribut, für Mensch oder Bot
title Attribut, für Menschen oder Bots

Sehr viele sind hoch irritiert, dass WordPress 4.2 keine Möglichkeit mehr bietet das title-Attribut zu setzen. Beim Einfügen eines Links via TinyMCE oder Text erscheint dieses title Attribut nicht mehr. Einige erfreuen sich an der besseren Usability von WordPress, andere sehen ihre SEO-Strategie den Bach runter gehen.

Ich versuche hier aufzuzeigen wieso das title-Attribut weder benutzerfreundlich (usability) noch barrierefrei (accessibility) ist und wieso WordPress es aufgrund seiner Philosophie konsequent aus normalen Links rausgenommen hat.

Grundsätzlich endet all dies in der Diskussion, ob eine Software automatisch die Bedürfnisse von Suchmaschinenbots eher berücksichtigen sollte als die menschlicher BenutzerInnen und was die Philosophie von WordPress „Decisions, not Options“ tatsächlich bedeutet. Und natürlich in die Diskussion, ob Suchmaschinen das title-Attribut bei Linkzielen tatsächlich werten und wenn wie und wofür.

Wenn du auf all dies nicht neugierig bist, sondern einfach das title-Attribut zurück haben magst, dann….

Samuel Wood aka Otto und Sergey Biryukov bieten als Hilfe ein Restore Link Title Field Plugin an. (seit 29. April 2015)

Fakten zum title-Attribut

nur bei Mouse-Over erscheint das title-Attribut
nur bei Mouse-Over erscheint das title-Attribut

Das title-Attribut entstand aus dem Wunsch menschlichen BenutzerInnen eine Zusatzinformation zu einem Linkziel zu geben. Das title-Attribut gibt es länger als die derzeit bekannten Suchmaschinen.

Praktisch ist es aber so:

The HTML title attribute is problematic. It is problematic because it is not well supported in some crucial respects, even though it has been with us for over 14 years. With the rise of touch screen interfaces, the usefulness of this attribute has decreased. The accessibility of the title attribute has fallen victim to a unfortunate combination of poor browser support, poor screen reader support and poor authoring practices.

Steve Faulkner im Jahr 2012

  • Das title-Attribut sehen nur Menschen, die mit dem Desktop im WWW unterwegs sind und eine Maus benutzen können.
  • Die meisten am Markt gängigen Screenreader haben das Vorlesen des title-Attributs per Standard abgeschaltet.
  • Wer nur mit einer Bildschirmtastatur surfen kann sieht das Attribut niemals.
  • Wer nur mit den Fingern surft (touch) sieht dieses Attribut auch nicht. Die Nutzung des WWW mittels mobiler Endgeräte ist jedoch zeitweise größer als mittels Desktop.

Fazit: Die meisten WWW-NutzerInnen können dieses Attribut gar nicht sehen. Somit ist der Wunsch den BenutzerInnen eine Zusatzinfo zum Linkziel zu geben ad absurdum geführt.

Das title-Attribut ist doch fixer XHTML 1.0 strict Web Standard?
Das ist richtig, aber XHTML strict wird zu gunsten von HTML 5 nicht mehr weiterentwickelt und ist somit ein veralteter Standard.

XHTML Strict zu nutzen ist natürlich deswegen nicht falsch, aber eben nicht mehr letzter W3C Standard. Letzter gültiger W3C Standard ist HTML 5.

title-Attribut als OnPage SEO Strategie

Für manchen Seo ist das title-Attribut ein OnPage Optimierungs „must have“, für andere wiederum hat es keine nennenswerte Auswirkung auf das Ranking von Links.

Logisch, weil es ja eine Seo-Strategie ist und Strategen sind sich selten einig.

Unabhängig, dass es Unterschied gibt zwischen dem title-Attribut bei Bildern und dem bei Linkzielen.

Einig sind sich viele SEOs, dass der title-Tag absolut wichtig ist, dass das title-Attribut bei Bildern sehr wichtig sein kann.

Aber beim title-Attribut für Links fand ich nur ständig Behauptungen, dass es unendlich wichtig sei und diese Behauptungen stützen sich auf Tests aus den Jahren 2007 oder 2008 herum. Jede Menge an SEO Tools kontrollieren diese title-Attributs das ist auch Fakt. Doch wer hat deren Auswirkung in den letzten Jahren tatsächlich getestet?

Hier wäre ich um Links zu Tests sehr dankbar.

Diskussionen zur Bewertung von Links aus dem Jahr 2012

Inside Search brachte 2012 einen Beitrag zum Thema Page Quality und dabei waren auch die Links ein Thema:

Link evaluation.
We often use characteristics of links to help us figure out the topic of a linked page. We have changed the way in which we evaluate links; in particular, we are turning off a method of link analysis that we used for several years……..

Bewertung von Links

Daraufhin beschrieb Gretus von SEO United, dass dies das title-Attribut betreffen könnte und Mario Fischer stimmte ihm in seinem Kommentar zu.

Julian von Seokratie meinte eher dies gelte für den Linktext. Also auch diese beiden interpretierten die kryptische Aussage von Google völlig anders.

Ich versuchte auf Inside Search eine Suche nach „title attribute“ und diese brachte kein Ergebnis.

Fazit: OnPage viel Diskussion – für die Mehrheit der User sinnlos.

Fakt ist, dass das title-Attribut nur mehr eine Minderheit an WWW NutzerInnen sehen kann. Daher wird es von WordPress 4.2 nicht mehr im Core angeboten.

Design for the Majority
Many end users of WordPress are non-technically minded. They don’t know what AJAX is, nor do they care about which version of PHP they are using. The average WordPress user simply wants to be able to write without problems or interruption……
Decisions, not Options
When making decisions these are the users we consider first. A great example of this consideration is software options. Every time you give a user an option, you are asking them to make a decision. When a user doesn’t care or understand the option this ultimately leads to frustration……..

WP Philosophie

SEO-Strategen sind sich auch wegen der ewig kryptischen Aussagen von den Suchmaschinen nicht einig, ob das title-Attribut absolut nötig ist oder nicht. Viele SEO-Tools zeigen es auf, logisch, weil ein Toolanbieter ja nicht wissen kann welche Strategie man selbst verfolgt.

Ich selbst habe auch meine Meinung bezüglich des title-Attributs beim ersten Auftauchen mobiler Endgeräte für das WWW geändert. Mir wurde klar, dass „touch“ es nicht anzeigt, ja ziemlich sicher kaum je anzeigen wird können. Daher wird es sinnlos. Kann mit Usability und Accessibility nichts mehr zu tun haben.

Meine SEO Strategie oder die der Software?

Aus all dem ergibt sich, dass die Verwendung des title-Attributs eine diskussionswürdige SEO-Strategie ist.
Die Software WordPress zwingt mich nun dazu mir darüber Gedanken zu machen, ob meine Strategie noch Gültigkeit hat.

Soll eine Software genauso wie SEO-Tools die Möglichkeit dieses Attribut zu nutzen nun automatisch anbieten oder sollen SEO Maßnahmen den Zusatztools//Plugins überlassen werden?

Ich mag mir meine SEO Strategie von keiner Software vorgeben lassen. Vielleicht bin ich da eigen. Wie magst es du haben?

weitere Beiträge zur Nachlese

Artikelhistorie
30.04.2015 => Plugin restore title ergänzt

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21 Beiträge zu “Usability contra SEO – das title-Attribut

  1. Kommentar Autor
    Su
    Kommentar

    Danke für den sehr anschaulichen Artikel – ich denke, für kleine, „private“ Blogs könnte man drauf verzichten.

  2. Kommentar Autor
    Connie Müller-Gödecke
    Kommentar

    Ich bin nach wie vor ein Nutzer des Link-Titles und finde die Ersetzung durch das Eingabefeld für den Linktext im Link-Dialog absolut kontraproduktiv.

    Der Linktext wird in diesem Dialogfeld wiedergegeben und man kann ihn überschreiben. Dann wird der überschriebene Linktext in den Beitrag zurückgeschrieben. Dabei geht sicherlich sehr oft die Grammatik im Text flöten, wird der Text zerhauen.

    Fazit: dem User wird die Möglichkeit der SEO-Strategie genommen und eine Schein-Verbesserung (was soll es sonst sein) wird eingebaut.

    Das Argument, daß der Link-Title bei den meisten Geräten / Browsern eh nicht wahrnehmbar ist, ist das alte Argument von den 1000 Fliegen und dem leckeren Essen…

  3. Kommentar Autor
    Christian Kolb
    Kommentar

    Vielen Dank für den hilfreichen Überblick und vor allem schlüssige Begründung. Ich dachte erst es ist ein Bug und habe den title-tag mit „der Hand“ hinzugefügt, jetzt lass ich ihn entspannt weg :)

  4. Kommentar Autor
    dunkelangst
    Kommentar

    Hallo Monika!

    Danke für deinen lesenswerten und interessanten Hintergrundartikel zu dem title-Attribut. Zu diesem habe ich jedoch eine völlig andere Meinung.
    Zitat Steve Faulkner aus dem Jahr 2012:

    The HTML title attribute is problematic.

    Man kann von dem HTML title Attribut halten was man möchte. Fakt ist: Seit über 20 Jahren ist es ein Webstandard. Sich hier hin zu stellen, und zu behaupten, dass dieses Attribut auf einmal ein Problem darstellen würde, zeugt in meinen Augen nur von mangelndem Fachwissen.

    With the rise of touch screen interfaces, the usefulness of this attribute has decreased.

    Das title Attribut hatte noch nie ein Problem. Die Touch Screens haben ein Problem. Who came first?

    Ja, es ist richtig, dass immer mehr User mit ihrem Mini-Displays Blog Beiträge lesen. Aktuell gibt es zwei nennenswerte mobile Betriebssysteme: iOS (Apple) und Android (Google). Zwei Großkonzerne drücken uns ihre Marktmacht auf, da diese das title Attribut nicht unterstützen. Das Problem besteht darin, dass sich WordPress diesen zwei Großkonzernen unterwirft, anstatt sich an gängige und alt bewährte Webstandards zu halten. Diese Unterwürfigkeit kann man nur als dumm bezeichnen, da sie eine Technologie bedingt durch Touch Screen Nutzung beschneidet und beschränkt, anstatt diese voll auszuschöpfen. Dass das title-Attribut nicht mit einem Touchscreen lesbar ist, ist nicht das Problem von WordPress oder von mir als Blogger. Es ist das Problem von Apple und Google und ich sehe nicht ein, meinen Blog einem minderwertigen Browser anzupassen.

    In meinem Blog habe ich aktuell 149 Artikel und mehr als 1400 Kommentare. Jeder meiner Beiträge hat mehr als 800 Wörter. Für mich ist das ein geben und ein nehmen: Ich lasse Menschen an meiner Sichtweise teilhaben, so wie dir gerade in diesem Kommentar. 1400 Kommentare sind mit Sicherheit nicht an Touch Screens entstanden, denn niemand hat Lust mit einem Touchscreen einen richtigen Kommentar zu hinterlassen. Man vertippt sich zu leicht. ;)

    Die Argumentation, dass title Attribut sei überflüssig, kann nur von jemanden kommen, der in seinem Blog keine längeren Beiträge schreibt und noch weniger Kommentare bekommt. Das title Attribut ist für meine Leser, die es Ernst meinen. Die meine Artikel mit einem Desktop oder mit dem Notebook lesen, da sie diese ggf. auch kommentieren wollen. Wenn ich dieses Attribut weg lasse, da dieses für Touch Screens nicht lesbar ist, kann ich auch die Kommentarfunktion auch schließen, oder mit dem Bloggen ganz aufhören – da ich auch kein Feedback mehr bekomme, welches mir auch wichtig ist.

    Das WordPress Team respektiere ich sehr, da die Software genial und gut ist.
    Die Entscheidung, das title-Attribut wegzulassen da vermeintlich überflüssig, kann ich nur als dumm, wenig durchdacht und lächerlich bezeichnen. Jedwede Diskussion zu diesem Thema ist in meinen Augen verschwendete Energie. Da die Entwickler im Trac von WordPress zudem sehrarrogant auftreten, habe ich mit meiner Freizeit auch etwas besseres zu tun, als in eine Diskussion einzutauchen.

    Verzeih mir bitte, dass ich in dem zuletzt angegebenen Link einen ganz böses und schlimmes title-Attribut von Hand eingebaut habe. Sehr froh wäre ich, wenn du den Kommentar freischaltest, auch wenn man das Attribut nicht mit einem Touch Screen lesen kann. Kommentare dieser Länge schreibe ich jedenfalls auch lieber mit meinem Notebook. ;)

  5. Kommentar Autor
    detlef
    Kommentar

    Ich stimme meinem Vorredner zu.
    Das title-Attribut ist Standard und allein deshalb Pflicht.
    Erst heißt es, wir sollen die Screenreader berücksichtigen und die Tab-Nutzer, damit wir keine Abwertung wegen schlechter Barrierearmut oder schlechter Nutzbarkeit bekommen und nun diskriminieren wir (und diesmal auch noch in voller Absicht!) die Desktopnutzer?
    Das kann nicht wahr sein.

    Das Falsche wird nicht dadurch richtig, dass es von einer Mehrheit für richtig erachtet wird.

    Es hieß einmal: „Programmiere nach Standard und richte dich nicht nach proprietären Browsern, die sich ihrerseits nicht an Standards halten!“
    Und jetzt sollen wir Standards verletzten, um es einer Mehrheit mit Funktionseinschränkungen recht zu machen und dadurch(!) jene ausgrenzen, die sich an Standards halten?
    Ist doch deren Problem, wenn Sie das title-Attribut nicht nutzen (können) – es steht ihnen frei.
    Es aber deshalb denen absichtlich vorzuenthalten, die sich an Standards halten, ist falsch – ganz grundsätzlich. Das ist Diskriminierung einer Minderheit.

    »Der Gescheitere gibt nach! Eine traurige Wahrheit; sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.«
    Marie von Ebner-Eschenbach

  6. Kommentar Autor
    dunkelangst
    Kommentar

    Anhand des Zitats von Steve Faulkner kann ich nur sagen, dass offenbar auch beim w3c Idioten werkeln. Sorry, muss ich mal so schreiben. ;)

  7. Kommentar Autor
    Mst Lampe
    Kommentar

    In welchem Standard steht denn bitteschön, dass das title-Attribut von Links nicht optional ist?

    Und ja, das Internet besteht aus mehr, als nur aus Blogschreibern -und Lesern.

    Touch-Geräte haben sich nunmal auch in der Breite durchgesetzt und mit ihnen lassen sich sehr wohl auch längere Texte schreiben.

  8. Kommentar Autor
    dunkelangst
    Kommentar

    Touch-Geräte haben sich nunmal auch in der Breite durchgesetzt und mit ihnen lassen sich sehr wohl auch längere Texte schreiben.

    Natürlich lassen sich auch längere Texte mit diesen Geräten schreiben. Nur komfortabel ist etwas anderes. An den Komfort einer guten Tastatur kommt noch kein Touchscreen dran. Das habe ich oben geschrieben. ;)

  9. Kommentar Autor
    Monika
    Kommentar

    Die Diskussion title-Attribut ja-nein wird seit Jahren geführt und sie wird immer hoch emotional geführt.
    Es ist wie unter Anhängern des mobil-only, mobil-first oder desktop-first Layouts.

    Touch-Geräte, dabei geht es nicht darum, ob es komfortabel ist damit zu schreiben, sondern dass man dort das title-Attribut nie sehen kann. Genauso wie Menschen, die immer schon die Tastatur nutzen mussten, weil sie bewegungseingeschränkt leben.

    title-Attribut wurde immer als Mouse-Over implementiert, es gibt dort aber kein Mouse-Over.
    Und es liegt nicht an den großen Herstellern dieser Geräte, dass sie zu faul, zu dumm, zu ignorant wären, das anders umzusetzen, sondern wie sollte es gehen?

    Selbst die Hersteller von Vorlesegeräten oder Blindenschrift haben dieses Attribut bei Auslieferung ausgeschaltet, weil es ihre NutzerInnen zu 99% nicht wollen.

    Und ich kann sie verstehen, es ist eine Qual 99.9999999% der title-Attribute zu hören, weil sie einfach den Linktext wiedergeben, das heißt ich hör dann ständig was Doppeltes…
    Kaum jemand schreibt in das title-Atrribut was anderes als den Linktext rein…

    Desktop versus mobiler Nutzung und Standards.

    Ich bin nicht glücklich, dass die Option weg ist, aber dieses Statement der WP-EntwicklerInnen bringt uns dazu uns wirklich zu überlegen, was das mobile WWW bedeutet. Die meisten reagieren ja erst, wenn eine Suchmaschine Druck macht …

    Und neben all dem freu ich mich aber immer wieder daran, dass WP soviele Hooks/Filter/Aktionen anbietet, um sich das zu holen was man haben mag.

    Hier sind keine Emojis aktiv :-)

  10. Kommentar Autor
    JUICEDaniel
    Kommentar

    Wie ist das denn bei blinden Menschen? Hilft ihnen der Title-Tag, um gesagt zu bekommen, worum es sich bei dem Bild (und/oder Linktext) handelt?

  11. Kommentar Autor
    Monika
    Kommentar

    @Daniel
    kaum, weil die Vorlesegeräte genau das Vorlesen des title Attributs per „default“ abgeschaltet haben und es kaum jemand einschaltet, da dort zu 99,9% dasselbe steht wie im Linktext.
    Für Bilder reicht oft das alt-Attribut und das title-Attribut bei Links wird anders gehandhabt als das title-Attribut unter dem img -Tag. Das macht Unterschied.

  12. Kommentar Autor
    JUICEDaniel
    Kommentar

    Danke!

    Zurück zur Diskussion: Der Title-Tag ist für Bilder insgesamt aber nach wie vor noch eher sinnvoller als für Textlinks, richtig? (Auch wenn letztendlich alles umstritten ist und es zu allem mehrere Meinungen gibt)

  13. Kommentar Autor
    Monika
    Kommentar

    @Daniel
    „eher sinnvoll“ kann ich mit unterschreiben, dann sollte aber der alt-Tag auch was anders drinstehen haben, und ob es jemand hört ist fraglich, für manche Suchmaschine hilft es jedoch sicherlich…

  14. Kommentar Autor
    Dunkelangst
    Kommentar

    “eher sinnvoll” kann ich mit unterschreiben, dann sollte aber der alt-Tag auch was anders drinstehen haben, und ob es jemand hört ist fraglich, für manche Suchmaschine hilft es jedoch sicherlich…

    Jetzt bitte nicht den title-tag und den alt-tag durcheinander bringen! Wenn man diese Tags bei Bildern verwendet, muss zwangsläufig etwas anderes drin stehen! Der alt-tag ist hier auch der deutlich wichtigere Tag! Weshalb?

    In meinem Blog habe ich einen blinden und einen fast blinden Leser. Diese Menschen können ein Foto natürlich nicht erkennen. Sofern es möglich ist, ist mit dem alt-tag das Foto zu beschreiben, sodass man es sich zumindest vorstellen kann. Mit dem Hinweis IMG_6529.jpg kann kein Mensch und auch keine Suchmaschine etwas anfangen, wenn man das Bild nicht laden kann. Schreibt man jedoch in den alt-Tag, dass es sich um einen Sonnenaufgang mit Bodennebel in einem Schweizer Berg-Panorama handelt, kann auch ein Blinder Mensch mit dem Foto etwas anfangen, auch wenn er das Foto selbst nicht sehen kann.

    Das title-Attribut ist für blinde Menschen in der Tat vollkommen unwichtig, da dieses (wie von Monika beschrieben) nicht vorgelesen wird. Dies ist etwas für den normalen Leser, der die Seite mit einem Standard Browser auf dem Desktop ansurft. In das title-Attribut würde ich eintragen „klicken zum Vergrössern“ – denn weiter führende Infos braucht es hier nicht. Das Bild selbst, wird wie in jeder wissenschaftlichen Arbeit auch, unterhalb noch einmal kurz und knapp beschrieben; und zwar im Normaltext. Dieser Text ist für Blinde Menschen genauso lesbar, wie für diejenigen, die das Foto betrachten können. Die Information verhält sich hier z.B. noch einmal anders: „Matterhorn, Schweiz“ – alle Leser wissen nun, wo das Berg-Panorama im Morgengrauen mit Bodennebel aufgenommen worden ist. Zurück zu den alt-und dem title-tag: Google und andere Suchmaschinen bevorzugen hier eindeutig den alt-tag um ein Bild einzuordnen.

    Eine Seite und ein Blogbeitrag sollte so gestaltet werden, dass jeder User mit dieser Seite etwas anfangen kann. Der Blinde genauso, wie der Leser auf dem Tablet. Und an dem Punkt stimme ich dem WordPress Team noch immer nicht zu: Nur weil title-tags für tablet-Leser und blinde Menschen nicht sichtbar sind, sehe ich es aus genannten Gründen nicht ein, meine Desktop-Leser mit den Füssen zu treten und das title-attribut nicht mehr zu verwenden.

    Zum testen, was ein blinder Besucher von einer Seite tatsächlich betrachten kann, empfehle ich den Browser w3m [1]; man bekommt hier eine sehr gute Vorstellung…

    Viele Grüsse

    [1]: http://dunkelangst.org/2010/03/w3m/

  15. Kommentar Autor
    Sabienes
    Kommentar

    Ich meine, wir sollten in dieser Frage abwarten, bis Matt Cutts uns eine Videobotschaft zum Thema „title-tag is king!“ schickt.
    ;-)
    LG
    Sabienes

  16. Kommentar Autor
    Monika
    Kommentar

    @Sabienes, ymmd :-)

    title-tag ist aber immer noch da, nur title-attribut nicht, bitte nie verwechseln…

  17. Kommentar Autor
    Sabienes
    Kommentar

    Ja. Stimmt. Hätte ich jetzt wirklich auch verwechselt. Aber das ist auch egal, weil Matt Cutts Botschaften immer so kryptisch sind, dass eh niemand kapiert, was er meint …
    LG

  18. Kommentar Autor
    Monika
    Kommentar

    das stimmt @sabienes, anders wäre es aber auch extrem langweilig :-)

  19. Kommentar Autor
    detlef
    Kommentar

    [quote]Nur weil title-tags für tablet-Leser und blinde Menschen nicht sichtbar sind, sehe ich es aus genannten Gründen nicht ein, meine Desktop-Leser mit den Füssen zu treten und das title-attribut nicht mehr zu verwenden. [/quote]
    jawohl.