Wie man das Lernen lernt Teil2
Lernen kann man lernen. Hier der 2.Teil der Reihe, wie man Lernen lernt mit vielen praktischen Tipps gleich zum Nachmachen. Viel Freud und Erfolg beim Lernen lernen.
Hier der 2. Teil der Reihe: Wie man Lernen lernt. Viele praktische Tipps sind in diesem Artikel wiederum enthalten und man fängt am besten Heute noch mit dem Lernen lernen an. Ich freute mich über diese beiden Gastartikel, auch wenn sie in dem unpersönlichen *Sie* geschrieben wurden. Es lohnt zu lesen.
Zur Verfügung gestellt von Superlearn Lerntipps – Wie man das Lernen lernt Teil2 – Wie man das Lernen lernt Teil 1 findest Du in diesem Artikel.
5. Wie Sie Lern-Bilder nutzen
Sicherlich hatten auch Sie in Ihrer Schul- Zeit folgendes Erlebnis: Sie saßen in einer Klassen-Arbeit zu einem Thema, das Sie mit Hilfe eines Lehr-Buches vorbereitet hatten, und grübelten über bestimmte Details. Allmählich erschien vor Ihrem geistigen Auge das Bild einer Grafik, die zu dem Lern-Inhalt gehörte. Sie konnten sich sogar daran erinnern, wie diese Grafik im Detail aussah, welche Aussagen dazu gemacht worden waren …
Das Gehirn der meisten Menschen hat eine Vorliebe für Bilder! Das, was man einmal mit seinen Augen als typisches Bild (also nicht nur als Schrift-’Bild’) gesehen hatte, oder was man sich intensiv vor seinem geistigen Auge ausgemalt hatte, bleibt erstaunlich gut im Gedächtnis haften. Übrigens, auch im Traum zeigt uns das Gehirn, wie es am liebsten arbeitet: in Bildern!
Erinnern Sie sich doch bitte einmal an ein Erlebnis aus Ihrem letzten Urlaub. Stellen Sie sich bitte vor, Sie würden jemandem davon erzählen: Eigentlich bräuchten Sie doch nur den ‘Film’ zu beschreiben, der nun vor Ihrem geistigen Auge abläuft …
In der Fach-Literatur trifft man immer wieder auf eine Tabelle, die den Lern-Nutzen unter Berücksichtigung der Sinnes-Kanäle bzw. Körper-Aktivitäten darstellt:
- Was wir (nur) lesen: zu 10%
- Was wir (nur) hören: zu 20%
- Was wir (nur) sehen: zu 30%
- Was wir hören und sehen: zu 50%
- Worüber wir reden: zu 70%
- Was wir tun: zu 90%
Auch wenn nirgendwo zu lesen ist, durch welche Art von Experimenten diese Prozent- Zahlen ermittelt wurden, so lehrt doch die Erfahrung, dass die Kern-Aussage dieser Tabelle (jedenfalls für die meisten Menschen) stimmt: Die Erinnerung an visuell wahrgenommene Informationen ist viel größer als die Erinnerung an auditiv wahrgenommene Informationen. Allein daraus kann man zwei sich ergänzende LernTipps ableiten:
LernTipp A:
Sofern Ihre Lern-Materialien Grafiken enthalten, lohnt es sich, sie bewusst wahrzunehmen! Versuchen Sie doch zum Beispiel einmal, diese Grafiken aus der Erinnerung nachzuzeichnen und sich dann darüber klar zu werden, welche inhaltlichen Aussagen damit verdeutlicht werden sollen.
LernTipp B:
Sofern Ihre Lern-Materialien keine Grafiken enthalten, erstellen Sie sich passende Grafiken selbst, um einen noch besseren Lern- Erfolg zu erzielen! Sie haben dann nicht nur etwas Zusätzliches für Ihr Auge zur Verfügung, sondern Sie erarbeiten sich diese Grafik. (Tun = s. obige Tabelle: höchster Behaltens-Grad! – Je größer die geistige Verarbeitungs-Tiefe beim Lernen, desto höher der Lern-Erfolg!)
Sofern Sie als Ausbilder, Trainer, Referent oder Lehrer tätig sind, haben Sie durch Visualisierungen die Möglichkeit, den Lern- Prozess Ihrer Lernenden erheblich zu vereinfachen!
Als Grafiken kommen insbesondere in Betracht:
- eine einfache herkömmliche Karikatur, zum Beispiel ein Männlein, bei dem die Regionen ‘Hirn’, ‘Herz’ und ‘Hand’ besonders hervorgehoben sind – zur Verdeutlichung, dass es kognitive (Hirn), affektive (Herz) und psychomotorische (Hand) Lern-Ziele / Lern-Inhalte gibt.
- ein typisches Linien-, Balken- oder Torten- Diagramm zur Darstellung von Zahlen-Werten, zum Beispiel den Kurs-Verlauf des DAX als Linien-Diagramm, die Aufteilung der Wähler- Stimmen in Form eines Torten-Diagramms.
- Zeit-Gerade, zum Beispiel um die Schutz- Fristen und Leistungs-Zeiträume nach dem Mutterschutz-Gesetz und dem Bundes-Erziehungs- Geld-Gesetz darzustellen.
- ein Ablauf-Diagramm / Fluss-Diagramm, zum Beispiel, um die Folgen der Nicht-Zahlung einer Versicherungs-Prämie zu verdeutlichen.
- ein Aufbau-Diagramm / Organigramm, zum Beispiel, um die Struktur eines Unternehmens oder die Voraussetzungen für die ‘fachliche Eignung’ nach dem Berufsbildungs-Gesetz darzustellen.
- eine MindMap® (’Gedanken-Landkarte’), um die verschiedenen Aspekte eines Lern- Inhaltes transparent zu machen, Beziehungen zwischen einzelnen Punkten darzustellen und den Gesamt-Zusammenhang zu veranschaulichen.
6. Wie Sie Mini-Lern-Poster nutzen
Seit langem geht man davon aus, dass unser Gehirn sich viel umfassender unbewusst als bewusst mit seiner Umgebung befasst. Das gilt auch für die Beschäftigung mit Stoffinhalten, die wir bewusst lernen wollen. Das Faszinierende am un-bewussten Lernen ist, dass man sich nicht anzustrengen braucht! Wie kann man sein Gehirn zum un-bewussten Lernen stimulieren?
Eine weitere Möglichkeit gibt es beim Lernen mit Mini-Lern-Postern: Man schreibt besonders wichtige Lern-Inhalte auf kleine Zettel und hängt sie an verschiedenen Stellen in der Wohnung auf. Dadurch gewinnen wir gleich vier zusätzliche Chancen für den erwünschten Lernerfolg:
- 1. Wir schreiben die betreffenden Lerninhalte in besonders prägnanter (reduzierter) Form auf. – Was man geschrieben hat, erinnert sich leichter!
- 2. Wir schauen hin und wieder mal bewusst auf eines der ‘Mini-Lern-Poster’, lesen nur ein Stichwort und erinnern uns sofort an den Zusammenhang (Lern-Wiederholung!).
- 3. Wir lesen aufmerksam auch die weiteren Erklärungen, weil wir den Sinn- Zusammenhang nicht mehr erinnern konnten (Lern-Wiederholung!). Alle drei Situationen geschehen zwar bewusst, aber eher beiläufig, sind also nicht mit besonderen Lern-Anstrengungen verbunden.
Und nun das unbewusste Lernen:
- 4. Unser Gehirn nimmt die Mini-Lern-Poster beim Gang durch die Wohnung auch un’bewusst wahr! Es bearbeitet die betreffenden Inhalte unterbewusst und ohne dass wir uns damit befassen wollten! Auch diese un’bewusste Beschäftigung stellt eine Wiederholung des zu lernenden Inhaltes dar. Aus eigener Erfahrung wissen wir alle: “Wiederholung ist die Mutter des Lernprozesses!”
Nicht nur Texte, sondern auch Grafiken eignen sich für die Mini-Lern-Poster-Idee, zum Beispiel die Flächen europäischer Staaten, Blatt-Formen von Laub-Bäumen, die Sätze des Pythagoras und des Euklid, der Aufbau des Skeletts (mit farblich hervorgehobenen Teil- Bereichen), die schematische Darstellung eines Bimetall-Thermometers, MindMaps®, usw.
In gleicher Weise kann man auch das Vokabel- Lernen vereinfachen: Auf je ein Mini-Lern- Poster kann man zum Beispiel ein Substantiv (oder noch besser: einen kompletten Satz!) schreiben und dann an den betreffenden Gegenständen befestigen. “This cupboard is 180 years old.” könnte zum Beispiel an einem antiken Schrank hängen. Und anstatt ein Mini- Lern-Poster mit Klebstoff oder Klebe-Streifen anzukleben, kann man auch die kleinen gelben Haftzettelchen verwenden.
Entnommen aus dem Lernpaket „Gedächtnistraining einfach so nebenbei“ mit vielen weiteren Lerntipps, Lerntricks und Lerntechniken.
Zur Verfügung gestellt von Superlearn www.Superlearn.de




Toller Artikel, werde das “gelernte” direkt versuchen bei der nächsten Klausur anzuwenden.
Ils05.05.08 23:54 | # |